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Piwik Analytics: Eine Alternative zu Google Analytics?

10. August 2010 IMHO
Piwik-Logo

Piwik Logo

Das jeder Webmaster wissen möchte wie erfolgreich die eigene(n) Webseiten sind, bzw. wieviele Besucher den Weg auf das jeweilige Projekt finden, dürfte nichts neues sein. Und es ist ja auch einfach… Counter-Angebote und Counter-Scripte gibt es wie Sand am Meer. Früher oder später stellen sich aber weitere Fragen: Wo kommen die Besucher her und wie lange bleiben sie? Welche Suchbegriffe haben sie benutzt und welche Seite war die Landing-Page? Welchen Weg nahm der Besucher durch die Seiten und welcher Browser und welches Betriebssystem wurde benutzt? Also muss eine Web-Analytics Lösung her. Spätestens hier merkt man das die Auswahl schon wesentlich geringer wird. Viele Webmaster entscheiden sich dann für Google-Analytics. Aber ist das wirklich die beste Wahl? Wäre ein freies Open-Source Web-Analytics Tool auf dem eigenen Server nicht viel wünschenswerter? Und dann am besten noch eins daß dem “großen Vorbild” das Wasser reichen kann? … gibt es nicht? Halt…! Mit Piwik könnte sich das ändern! Für alle die es noch nicht kennen stelle ich Piwik in diesem Artikel vor.

Warum nicht “das Original” nehmen?

Manch einem Webmaster ist bestimmt schon der ein oder andere Zweifel gekommen bei dem Gedanken das Google-Analytics und damit eben das große “G” durch den eingebauten Analytics-Code Massen an Daten von jedem einzelnen Projekt und jeder Webseite erhält. Wenn man dann noch an die anderen Dienste des “Großen Bruder” denkt, wie z.B. die Webmaster-Tools, AdSense, AdWords, der Maildienst, die Toolbar…. usw. usw., dann muss man sich förmlich die Frage stellen ob man tatsächlich brav immer alle anfallenden Daten über den großen Teich schicken muss. Also, und das ist meine Meinung, sollte man überlegen ob sich da nicht der eine oder andere Datenstrom austrocknen lässt. Warum also nicht einfach mal mit den Web-Analytics anfangen?!

Was ist Piwik?

Piwik-Screenshot

Piwik in Aktion

Piwik ist ein freies Open-Source Web-Analytics Tool welches in PHP geschrieben ist und auf dem eigenen Server oder Webspace läuft. Dabei ist Piwik kein ganz frisches Projekt. Piwik ist aus dem Projekt phpMyVisites hervorgegangen und unterscheidet sich vom Vorgänger durch eine neue Architektur. Piwik bietet höhere Geschwindigkeit, eine Plugin-Schnittstelle, einen modularen Aufbau, API-Schnittstellen und eine überarbeitete Grafik. Dadurch das Piwik auf dem eigenen Server läuft bleibt man Herr über seine Daten und kann selbst über die Verwendung entscheiden. Statistiken werden in Echtzeit generiert. Für Traffic-starke Seiten lassen sich diese aber auch in gewissen Abständen erzeugen, so das auch sehr große Projekte analysiert werden können. Die Entwickler haben sich sogar ausdrücklich auf die Fahnen geschrieben mit Piwik eine Open-Source-Alternative zu Google-Analytics zu bieten. Damit dürfte klar sein an wem man sich messen will.

Piwik jetzt schon einsetzen?

Piwik ist gerade dieser Tage (6. August) in der Version 0.9 erschienen. Nachdem es phpMyVisits immerhin auf Version 2.4 gebracht hat ist Piwik noch einen Schritt von der Version 1.0 entfernt. Version 0.9 soll die letzte Version vor dem erscheinen der dann stabilen v1.0 sein und im wesentlichen noch versteckte Fehler aufdecken. Der Funktionsumfang ist also bereits vollständig und dürfte sich bis zur Version 1.0 nicht mehr ändern. Es steht also einem, am Anfang parallelen, Einsatz nichts im Wege. Gerade auch weil Piwik eine Update-Funktion besitzt mit der sich das Tool aktualisieren lässt. Piwik 1.0 soll nach aktuellem Stand noch in 2010 erscheinen. Wer mit dem Gedanken spielt auf Piwik umzusteigen sollte sowieso die erste Zeit Piwik und das bisherige Analytics-Tool parallel laufen lassen. Erstens bekommt man ein Gefühl für die neue Statistik-Umgebung, zweitens kann man alte und neue Statistik vergleichen und drittens könnte man zur Not, wenn man so gar kein Piwik-Feeling entwickelt, wieder zum alten Tool wechseln.

Piwik installieren:

System-Voraussetzung für die Installation von Piwik ist PHP ab v5.1.3, eine MySQL-Datenbank in v4.1 oder höher sowie die PHP-Erweiterungen pdo und pdo_mysql. Das dürfte für aktuelle Systeme keinerlei Problem darstellen. Nach dem herunterladen der aktuellen Piwik-Version und dem entpacken des Zip-Archivs erhält man einen Ordner namens “piwik”. Dieser wird nun auf den Webserver hoch geladen der unsere Piwik-Installation beheimaten soll. Ist der Upload komplett kann man nun direkt das Installations-Verzeichnis ansurfen, also z.b. “http://www.domain.tld/piwik”, woraufhin dann die Piwik-Installation Willkommens-Seite erscheint.

Piwik-Installation

Piwik Installation

Während der Installation prüft Piwik als erstes ob alle System-Voraussetzungen erfüllt sind und markiert diese mit einem grünen Häkchen. Im nächsten Schritt wird der Datenbank-Zugang abgefragt. Dabei fällt auf das, obwohl als Systemvoraussetzung die PHP-Extension pdo aufgeführt ist, sich dennoch als Datenbank-Schnittstelle mysqli einstellen lässt.

Piwik Installation der Datenbank

Piwik Installation: Datenbank

Nach dem erfolgreichen erstellen der Datenbank-Tabellen gilt es als nächstes den Benutzernamen und das Passwort des Admins, in Piwik-Sprache “Super-Benutzer”, festzulegen. Im vorletzten Schritt wird nun Name und URL der ersten zu trackenden Webseite abgefragt. Wer an dieser Stelle noch keine Webseite eintragen will lässt es einfach bei example.org.

Piwik Webseite einrichten

Piwik Installation: Webseite

Nach dem Anlegen der Webseite erscheint auch gleich ein Javascript Code-Block welchen man in die Ziel-Webseite einfügen soll. Zum Schluß wird man noch für die erfolgreiche Piwik-Installation beglückwünscht, ein Link verweist auch gleich auf die Piwik-Login Seite.

Piwik Installation beendet

Piwik Installation abgeschlossen

Piwik Admin-Login

Piwik Login

Ist man an diesem Punkt angekommen und hat den Tracking-Code in das entsprechende Projekt eingefügt, heißt es nun abwarten und Tee trinken bis die ersten Besucher auf der Seite waren und die ersten Statistiken zu sehen sind.

Piwik und die Analyse:

Der Umfang der Web-Analyse von Piwik kann sich meiner Meinung nach sehen lassen. Alle wichtigen Besucherdaten werden erfasst und übersichtlich in Zahlen und Grafiken dargestellt. Die einzelnen Bereiche der Übersichts-Seite lassen sich frei verschieben und neu anordnen. Durch einfügen von Widgets kann man nun seine ganz persönliche Übersicht zusammen-basteln. Ich habe lange gesucht nach einem aussagekräftigen Screenshot der den ganzen Umfang von Piwik erahnen lässt. Aber so einen “einzelnen” Screenshot kann es eigentlich nicht geben, dafür ist Piwik bei weitem zu vielschichtig. Ich empfehle deshalb sich die unzähligen Piwik-Screenshots welche die Google Bildersuche zu Tage fördert anzusehen. Nur so oder durch selbst probieren bekommt man einen Eindruck von diesem Web-Analytics Tool. Alternativ kann man auch einen Blick auf die Piwik-Demoseiten, welche man auf der Piwik-Projektseite findet, werfen.

Piwik und WordPress:

Eins ist mir gleich aufgefallen als ich Piwik ausprobiert habe. Die Modulare Struktur und die leicht einzubindenden Widgets und Plugins erinnern mich doch stark an WordPress, welches sich ja ebenfalls auf einfache Weise erweitern lässt. Und gerade weil sich Piwik mit seiner API so Entwickler-freundlich zeigt und sich WordPress so einfach erweitern lässt eröffnet das ganz neue Möglichkeiten für Entwickler was z.B. Plugins und Widgets betrifft. Es werden Verbindungen möglich die sonst nur schwer umzusetzen wären. Und prompt bin ich bei meinen Recherchen zu Piwik über ein wirklich nützliches Piwik WordPress-Plugin mit dem Namen WP-Piwik gestolpert. WP-Piwik fügt dem WordPress-Dashboard eine Piwik-Statistik-Seite hinzu und kann den Piwik Tracking-Code automatisch im Footer des Wordbress-Blog einfügen. Man hat also die Blog-Statistik immer “griffbereit” im Dashboard, also da wo man es braucht, ohne erst das Piwik-Login zu bemühen.

Noch mehr Recherche zu Piwik?

Also ich kann nur empfehlen nicht lange zu fackeln und Piwik einfach mal auszuprobieren. Löschen kann man schließlich immer. Wer vorab trotzdem noch weitere Informationen sucht, sollte natürlich zuerst mal die Projektseite von Piwik ansurfen. Golem berichtete jüngst über die gerade erschienene Piwik Version 0.9 und die Wikipedia bietet auch ein paar Informationen zu Piwik. Aber getreu dem alten Spruch kann ich nur sagen: probieren geht über studieren.

Fazit:

Piwik ist in der “pre-stable”-Version 0.9 schon ein ziemlich mächtiges Web-Analyse-Tool. Ich glaube Piwik könnte wirklich eine ernst zu nehmende Alternative zu Google-Analytics werden. Die einfache Erweiterbarkeit mit Widgets und Plugins sowie die aktive Weiterentwicklung des Projektes dürften dafür sorgen das evtl. noch wünschenswerte Funktionen nicht lange auf sich warten lassen. Auch scheint mittlerweile eine nicht kleine Community rund um Piwik aktiv zu sein. Aus meiner Sicht stehen alle Zeichen auf grün was das Piwik-Projekt betrifft, von mir also hier eine eindeutige Empfehlung!

Nach dem erfolgreichen erstellen der Datenbank-Tabellen gilt es als nächstes den Benutzernamen und das Passwort des Admins, in Piwik-Sprache “Super-Benutzer”, festzulegen. Im vorletzten Schritt wird nun Name und URL der ersten zu trackenden Webseite abgefragt. Wer an dieser Stelle noch keine Webseite eintragen will lässt es einfach bei example.org. Nach dem Anlegen der Webseite erscheint auch gleich ein Javascript Code-Block welchen man in die Ziel-Webseite einfügen soll. Zum Schluß wird man noch für die erfolgreiche Piwik-Installation beglückwünscht, ein Link verweist auch gleich auf die Piwik-Login Seite. alt
  1. 10. August 2010, 17:27 | #1

    Sehr schöner Post zu Piwik! Danke. Ich am Anfang auch Analytics eingesetzt, dann eine Zeit lang GA und Piwik parllel laufen lassen. Mit der 0.9 Version habe ich dann komplett auf Piwik umgestellt. Die Daten sind aussagefähig und komplett. Die Daten hat man selber in der Hand. Was will man mehr. Tipps: 1. Das AnonymizeIP Plugin aktivieren – das macht die Datschützer glüklich denn IP’s werden nach Verarbeitung wieder gelöscht. 2. Das GeoIP Plugin herunterladen und installieren (http://dev.piwik.org/trac/ticket/45) – dann sieht man unter den Ländern auch die Städte aus denen die Besucher kommen.

  2. 11. August 2010, 17:24 | #2

    Also das liest sich in jedem Fall sehr interessant. Ich bin schon lange unterwegs und hoffe mal über eine echte Alternative zu GA zu stolpern denn die interessanten Analyse Tools waren bisher immer kostenpflichtig. Ich habe doch des öfteren das Gefühl das durch das GA Script der Seitenaufbau teilweise deutlich verlangsamt wird, von daher wäre es ja nicht schlecht mal ein “eigenes” Sytem auf dem Server laufen zu haben.
    Mir stellt sich nun nur noch die Frage inwiefern GA von Google genutzt wird um auch die hausinternen Statistiken zu verarbeiten. Wenn also plötzlich keine Daten mehr an Google gehen und der PR einbricht wäre dann doch stark zu vermuten das Google sich mit aus dem Tool ernährt. Den wenn Google die Statistiken in der Form selbst führen würde bräuchten wir ja eigentlich kein Script um die Daten “erneut” zu erfassen, sondern hätten einfach nur eine API auf die Google DB für die Auswertung der eigenen HP.
    Gelegentlich stelle ich an Kleinigkeiten immer wieder fest, das man durch das Nutzen der Google Internas Teils deutlich besser in den Serps unterwegs ist.

  3. IMHO
    11. August 2010, 22:33 | #3

    @Andi:
    Genau, die Sache mit dem Datenschutz geisterte mir auch noch durch den Kopf beim schreiben der Artikels, ist aber irgendwie untergegangen. Wer Piwik also nutzt sollte sich Andi’s “Tipp 1″ ansehen. :-)

    @Dennis:
    Das mit dem langsamen Seitenaufbau ist mir hier und da auch schonmal aufgefallen.
    Und was die Google-hauseigenen Statistiken betrifft…: Klar, wenn jemand von Seite XY über einen Link auf Deine Seite kommt und dann über einen Link weiter zu Seite YZ surft bekommt Google davon garnichts mit, es sei denn Seite XY, Deine Seite oder Seite YZ benutzt Analytics oder Adsense oder Maps… also irgend einen Google-Code der in der Seite eingebaut ist.
    Ich sträube mich aber gegen die Überlegung das Seiten die “brav” alle Tools des großen G nutzen einen “bonus” bei den SERPS haben… das wäre schon ein hartes Ding…

  4. 19. August 2010, 17:16 | #4

    Ich setze Piwik schon über einem Jahr ein und bin im Großen und Ganzen auch zufrieden damit. Nervig sind halt die vielen kleinen Fehler, die Piwik immer noch hat. So passen z. B. bei den externen Links die Links nicht immer zu den Linktexten, die Icons tauchen an der falschen Stelle auf und wenn man am Tag eine vierstellige Anzahl an Besuchern hat, spielt bei einem normalen Webspace die Datenbank nicht mehr mit, weil der Speicher nicht ausreicht. Der langsame Seitenaufbau wurde ja schon erwähnt. Wovor ich nur dringend abraten kann, ist die Verwendung des automatischen Updates. Da kommt es sehr oft zu Fehlern und selbst Datenbankcrashes sind nicht ausgeschlossen. Bei einem Update sollte man lieber ein paar Tage warten. Oftmals kommt kurze Zeit später eine Korrektur. Anscheinend werden die Updates nicht richtig getestet. Ich gebe aber die Hoffnung nicht, dass Piwik irgendwann mal stabil läuft. Vielleicht klappt es ja schon zur Version 1.0 :)

  5. John
    13. Oktober 2010, 11:56 | #5

    Bin momentan am rumschrauben und testen von Piwik. Nutze bis dato, wie viele andere auch, G-Analytics. Aber da ich genug von Tante G habe will ich mir das Piwik auf meinen Projekten einbauen. Ich bin mal gespannt was sich damit so alles machen lässt.

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